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Notfallseelsorge Limburg-Weilburg e.V.

News

23.03.2009 Presseartikel zur Mitgliederversammlung mit Vorstandswahlen 2009



Notfallseelsorge Limburg-Weilburg e.V.

Notfallseelsorger/innen betreuten im vergangenen Jahr 378 Menschen bei 101 Einsätzen
Neuwahl des Vorstandteams bei der 13. Mitgliederversammlung in Niederbrechen

Vorbereitung auf Einsätze sowie Einsatznachsorge sind wichtige Eckpfeiler in der Arbeit der Notfallseelsorge Limburg-Weilburg. So gehören zur grundlegenden Mitarbeiterschulung auch internationale Begegnungen. Im vergangenen Jahr konnte ein Team an der 7. Internationalen Tagung zur Krisenintervention und Notfallpsychologie mit dem Thema „Kinder, Jugendliche und Erwachsene“ in Hall in Tirol teilnehmen. „Wir sind mit einem guten Gefühl von dieser Tagung weggefahren, da vieles, was wir uns bis dahin im Umgang mit Kindern in Krisensituationen erarbeitet hatten, Bestätigung fand,“ so der Stellvertretende Vorsitzende Alois Heun.
Um künftig mit Kindern in Krisensituationen ebenso gut umgehen zu können, beschloss das Vorstandsteam die Anschaffung von den Handpuppen Kevin, Marie, Emil und Lena.

Bei der diesjährigen 13. Mitgliederversammlung seit Gründung der Notfallseelsorge Limburg-Weilburg in der Sport- und Kulturhalle in Brechen-Niederbrechen konnte die Vorsitzende Hedi Sehr zahlreiche Mitglieder sowie den 1. Kreisbeigeordneten Helmut Jung und Vertreter aller Rettungsorganisationen des Kreises begrüßen.

Im vorgesehenen Tagesordnungspunkt „Gedenken aller durch Unglück und Tod Betroffenen“ gedachte die Versammlung der im vergangenen Jahr von einem Unglück Betroffenen, der Einsatzkräfte aller Institutionen und aller Opfer an diesem Tag durch den Amoklauf von Winnenden in der Nähe von Stuttgart, ebenso der Familie des Täters.

Nach dem Verlesen des Protokolls der letztjährigen Mitgliederversammlung durch die Schriftführerin Manuela Schäfer hatten die Gäste das Wort. So übermittelte der 1. Kreisbeigeordnete Helmut Jung die Grüße des Landrates Manfred Michel und des Kreisausschusses. In der relativ kurzen Zeit, nahezu 13 Jahre, habe sich die Notfallseelsorge zu einer festen, nicht mehr wegzudenkenden Institution entwickelt. Er bewundert das große Engagement der Mitarbeiter für Menschen die durch ein Unglück in Not geraten sind. Die Notfallseelsorge gäbe diesen Menschen Raum für die Seele in Not. Dies sei bei einem immer schwerer werdenden Alltag gar nicht so einfach. Er dankte den Mitarbeitern für ihre Arbeit und wünscht allen viel Kraft um noch lange weitermachen zu können.
Als Chef der Polizeidirektion Limburg stellte Volker Pfeifer die Notfallseelsorge als eine sehr beständige Organisation nach 13 Jahren ihrer Tätigkeit dar. Der Polizeidienst sei nach einem Raster aufgebaut. Dies werde besonders deutlich bei der Überbringung einer Todesnachricht. Die Notfallseelsorge sei daher ein wichtiger Partner bei dieser schweren Arbeit geworden. Hier würde die menschliche Seite in den Vordergrund gestellt.
Er übermittelte gleichzeitig die Grüße des Dienststellenleiters Thomas Jeworrek.

Walter Kurz danke als Dienststellenleiter der Polizeistation Weilburg für die segensreiche Arbeit der NFS. Er erinnerte an die Zeit vor der Gründung, als die Überbringung von Todesnachrichten alleine von der Polizei vorgenommen werden mussten. Er sei heute sehr froh und dankbar dass dies nun in Verbindung mit den Mitarbeitern dieses Vereins geschehen kann. Kurz dankte nochmals allen Mitarbeitern für diese Arbeit und wünschte allen mit dem Selbsterlebten fertig werden zu können.
Pfarrer Achim Schaardt (Niedershausen) übermittelte die Grüße von Dekan Ullrich Reichard sowie den Dekanaten Weilburg und Runkel.
Er sagte „Danke“ dass es die Notfallseelsorge gibt und nannte die 13 im Hinblick auf die 13. Mitgliederversammlung eine Glückszahl.
Kreisbrandinspektor Georg Hauch grüßte die Versammlung in Vertretung der Brandschutzaufsicht und für den Stellvertretenden Vorsitzenden des Kreisfeuerwehrverbandes Klaus Kaiser.
Er sagte allen Aktivisten „Danke“ die mit an der „Front“ stünden. Die Einsätze seien schwerer und schwieriger geworden, die Alarmierung hingegen besser. Er bat alle Anwesende um Mitgliederwerbung zur Unterstützung der Notfallseelsorge.

Siegfried Gent sprach Grußworte im Auftrag des Deutschen Roten Kreuzes (Kreisverband Limburg) ebenso für Peter Kappes vom Technischen Hilfswerk – Ortsverein Limburg und Wolfgang Dillhöfer für die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft. .
Gent schloss sich dabei seinen Vorrednern an und bedankte sich bei allen Mitarbeitern für die Unterstützung und Hilfe bei den Einsätzen. Für das DRK Ortsverband Weilburg überbrachte Frank Schönwetter die Grußworte.
Meinolf Kampköter übermittelt die Grüße des Maltesern Hilfsdienstes insbesondere für den Vorsitzenden Heinz-Georg Muth und ebenso von Bezirksdekan Dieter Lippert.
Der Gründer der NFS Pfarrer i.R. Bernd Volker Sponholz dachte an die Zeit als er mit Stephan Schienbein diese Institution gründete. Er bedankt sich bei allen die bisher und in Zukunft die Idee der Notfallseelsorge mittragen.

Beim Jahresbericht für das vergangene Jahr listete die Vorsitzende 101 Einsätze und zwei Einsatznachbesprechungen auf, bei denen insgesamt 378 Menschen betreut werden konnten.
Im Einzelnen setzen sich diese 101 Einsätze wie folgt zusammen: 8-mal Überbringung einer Todesnachricht; 26-mal Tod im Häuslichen Bereich; 20 erfolglose Reanimationen, 4 Verkehrsunfälle, 11-mal Suizid (Betreuung von Betroffenen);
13 sonstige Einsätze; 16 Folgeeinsätze und 2 Einsatznachbesprechungen.

Für Einsätze, Dienstabende, Gesprächsabende, Übungen, Fortbildungen, Vorträge, Besprechungen, Vorstandsitzungen, sonstige Fahrten fuhren die Mitarbeiter 21411KM und erbrachten 2636 Stunden ihrer Freizeit für die Arbeit in der Notfallseelsorge. Dies bedeutet dass die Mitarbeiter/innen im vergangenen Jahr bei einem 8 Stunden Tag - 330 Tage gearbeitet haben.
Seit bestehen der Notfallseelsorge seit nunmehr 12 Jahren sind 933 Einsätze bearbeitet worden. Auf die Ausbildung der Mitarbeiter werde nach wir vor großen Wert gelegt, denn gute Ausbildung sei eine solide Grundlage für die zu leistende Arbeit, so die Vorsitzende.
Hedi Sehr stellte in ihrem Bericht die unterschiedlichen Alarmierungen, die Art der Betreuungen, die Dauer der einzelnen Einsätze und das erreichen der örtlichen Seelsorger anhand von Diagrammen vor.
Als besonders tragische Einsätze des vergangenen Jahres nannte die Vorsitzende einen Verkehrsunfall bei Dauborn, bei dem ein Vater und seine zwei Söhne ums Leben kamen und als weiteres Geschehen den Mord mit anschließendem Suizid in Winkels, bei dem ein Vater seine beiden Kinder umbrachte und sich selbst das Leben nahm.
Die Mitgliederentwicklung sei sehr gering, in 2008 gab es nur zwei neue Mitglieder. Die Vorsitzende bat die Versammlung um Werbung neuer Mitglieder für die NFS, da die bisherigen Mitgliedsbeiträge die Ausgaben für Weiterbildung und Fahrtkosten nicht abdecken.
Die Anschaffung der neuen Digitalen Melder stelle eine große Belastung für den Verein dar.
Zum Schluss ihrer Präsentation dankte Hedi Sehr besonders Manfred Mickein (Psychotherapeut HPG) aus Limburg, der den monatlichen Gesprächsabend der Mitarbeitergruppe leitet.

Kassierer Gerhard Orth stellte den Bericht für das Geschäftsjahr 2008 vor.
Er gab bei seinem Rückblick zu bedenken dass die Mitgliedsbeiträge nur den halben Fahrtkostenaufwand abdecken. Er bat alle Anwesenden doch die wertvolle Arbeit der Notfallseelsorge Limburg-Weilburg durch Werbung neuer Mitglieder zu Unterstützen.

Die Kassenprüfer Johannes Schermuly (Villmar), Stefan Vogel (Hadamar) und Thomas Wagenbach (Waldbrunn-Ellar) prüften die Kassenführung und für die Kassenprüfer bat Johannes Schermuly die Versammlung um Entlastung des gesamten Vorstandes.
Die Vorsitzende dankte im Namen aller Vorstandsmitglieder für das entgegengebrachte Vertrauen.

Gerhard Orth legte nach 12 einhalbjähriger Tätigkeit sein Amt als Kassierer aus gesundheitlichen Gründen nieder. Die Verabschiedung des bisherigen Kassierers Gerhard Orth, der bereits 1996 Gründungsmitglied war, nahmen Hedi Sehr und Alois Heun vor. Sie dankten ihm mit einem signierten Fensterbild und einem Buchgeschenk für seine langjährige Vorstandstätigkeit.
Die beiden Beisitzer Albert Keller und Thomas Hilpisch baten ebenfalls im Vorfeld bereits um die Entlassung aus ihren Ämtern. Sie wurden mit einem Buch / CD-Geschenk aus dem Vorstand verabschiedet.
Zum Wahlvorstand für die Neuwahl des Vorstandes wurden Helmut Jung, Georg Hauch und Gerhard Orth gewählt. Ohne Antrag auf geheime Wahl konnte die Versammlung eine offene Wahl durchführen.
Im Amt bestätigt wurden die bisherige Vorsitzende Hedi Sehr (Obertiefenbach) und der Stellvertretende Vorsitzende Alois Heun (Hintermeilingen) und die Schriftführerin Manuela Schäfer (Obertiefenbach). Für das Amt des Kassiers stellte sich der Mitarbeiter Martin Werner (Erbach) zur Wahl und bekam das einstimmige Votum der Versammlung.
Ebenfalls einstimmig als Beisitzer gewählt wurden Walter Mayer (Hintermeilingen) und Stephan Vogel (Hadamar).

Unter dem Punkt 11 „Anträge und Wünsche“ machte Axel Paul Vorschläge zur besseren Finanzierung und ist bereit ein Konzept auszuarbeiten.
Auch im Jahre 2009 werden wieder verschiedene Weiterbildungen, Übungen, Dienstabende, Gesprächsabende, die Besuche verschiedener Seminare und einige Vorträge stattfinden.

Die Umstellung der Melder auf digitale Melder wird auf Grund des Leitstellenneubaues wahrscheinlich erst in 2010 sein. Für die digitalen Melder stehen Kosten in Höhe von 14.000,-- € im Raum.

Zum Abschluss dankte die Vorsitzende Hedi Sehr allen für die Teilnahme an dieser Mitgliederversammlung, besonders dankte sie der Feuerwehr Brechen-Niederbrechen für die Unterstützung und Herrn Bürgermeister Schlenz für die Bereitstellung der Räumlichkeiten. Sie dankte allen Mitarbeitern für die geleistete Arbeit und wünscht alles Gute fürs Neue Jahr.

Das Vorstandsteam unter Hedi Sehr und Alois Heun bietet Vorträge über die „Arbeit der Notfallseelsorge“ sowie zum Thema „Trauer“ und „Stress und Stressbewältigung für Einsatzkräfte“ an.
Menschen, die an eine Mitarbeit denken, sind herzlich zum Gesprächsabend, der regelmäßig am 2. Montag im Monat um 20:00 Uhr im Gruppenraum in der Unterkirche in Waldbrunn-Lahr stattfindet, eingeladen.
Der nächste Gesprächsabend ist ausnahmsweise wegen Ostern vorverlegt auf
Montag, dem 6. April 2009 um 20:00 Uhr. Die Info-Telefonnummer ist: 06484-8910609.

Die 14. Mitgliederversammlung wird im kommenden Jahr am Mittwoch dem 03.März 2010 um 19:00 Uhr stattfinden.

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Foto (von links):
Stellv. Vorsitzender Alois Heun (Hintermeilingen), Beisitzer Walter Mayer (Hintermeilingen), Vorsitzende Hedi Sehr (Obertiefenbach), Beisitzer Stephan Vogel, (Hadamar), Kassierer Martin Werner (Erbach) und Schriftführerin Manuela Schäfer (Obertiefenbach) mit den Handpuppen Kevin, Marie, Emil und Lena.
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