Lob für die Notfallseelsorge

19.10.2011 - Sie sind immer da, wenn es Unfälle oder Brände mit Toten und Schwerstverletzten gibt, und stehen den Angehörigen zur Seite: die Helfer der Notfallseelsorge Limburg-Weilburg.

Beselich-Obertiefenbach. Zahlreiche Gäste haben in einer Feierstunde an der Beselicher Kapelle die seit 15 Jahren bestehende und mittlerweile 250 Mitglieder starke Organisation gewürdigt und dabei das außergewöhnliche ehrenamtliche Engagement der Aktiven hervorgehoben.

Vorsitzende Hedi Sehr betonte, dass das Ziel erreicht worden sei, als letztes Glied in der Rettungskette des Kreises anerkannt zu werden. Bislang seien 1257 Einsätze geleistet worden. Besonders wichtig sei bei Einsätzen auch die Arbeit mit betroffenen Kindern, beispielsweise, wenn Eltern ums Leben gekommen seien. Hier werde die Kooperation mit Kindergärten gesucht, erläuterte die 1. Vorsitzende.

Sie wies auf das kürzlich angeschaffte vier mal fünf Meter große Rettungszelt hin. Dadurch werde es künftig möglich sein, bei Einsätzen traumatisierte Menschen abzuschirmen und ihnen einen sicheren Raum zu bieten. Hedi Sehr sagte, die Mitarbeiter der Notfallseelsorge könnten die schweren Einsätze verkraften, weil sie ein gutes Team seien und miteinander darüber reden könnten.

"Ihre Arbeit ist von unschätzbarem Wert", betonte Landrat Manfred Michel (CDU). Für die von der Notfallseelsorge betreuten Menschen habe sich von einer Sekunde auf die andere die Welt geändert. "Sie sorgen dafür, dass sich wieder eine Tür öffnet, dass Trauerarbeit geleistet werden kann und das Leben weiter geht, trotz allem Schmerz über den Verlust", sagte Michel.

Kreistagsvorsitzender Robert Becker (CDU) erklärte, die Notfallseelsorge arbeite an der Grenze des Lebens. Wichtig sei es dabei, für Betroffene Zeit zu haben und vor allem die richtigen Wort zu finden. Was die Helfer täten, sei seelische Aufrichtung und christliche Nächstenliebe. Als Vertreter der heimischen Bürgermeister sprach der Mengerskirchener Thomas Scholz (CDU) anerkennende Worte, und der katholische Beselicher Pfarrer Dr. Cesar Mawanzi zeigte sich beeindruckt, dass die Aktiven sich so nahe am Auftrag Jesu Christis orientierten. Bei Einsätzen würden die Bedürfnisse anderer vor die eigenen gestellt. Mawanzi sagte aber auch, die Notfallseelsorger sollten nicht zögern, zur Verarbeitung der harten Einsätze andere Seelsorger zu Rate zu ziehen.

Außerdem dankten Beselichs Bürgermeister Kai Müller (parteilos) und der katholische Villmarer Dekan Günter Daum den Mitgliedern für ihre selbstlose Tätigkeit. Vertreter mehrerer Hilfsorganisationen schlossen sich an. So berichteten Aktive der Feuerwehr Gräveneck, welch tolle Arbeit die Notfallseelsorge dort bei der Explosion der Gaspipeline geleistet habe.

Für die Mitarbeit seit 15 Jahren dankte Hedi Sehr neben den den Gottesdienst an der Kapelle zelebrierenden Pfarrern Bernd-Volker Sponholz und Albert Keller noch Meinolf Kampkötter, Christof Martin und Heinz Georg Muth. Weitere Mitstreiter der ersten Stunde waren Stephan Schienbein, der heutige Kreisbrandinspektor Georg Hauch, der damalige Kreisbrandinspektor Edgar Göbel, der Weilmünsterer Gemeindebrandinspektor Peter Schwarz sowie der langjährige Kassierer der Notfallseelsorge, Gerhard Orth. rok (rok)

Artikel vom 27. September 2011, 19.30 Uhr (letzte Änderung 28. September 2011, 04.16 Uhr)

Mit freundlicher Genehmigung der Frankfurter Neuen Presse/NNP

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