Abschied von Opa Karl

07.01.2013 - Limburg-Weilburg (red). Ein plötzlicher Todesfall. Das bisherige Leben ändert sich mit einem Male schlagartig. Angehörige fühlen sich selbst oftmals wie im Film. Und möchten nun auch noch für ihre Kinder das Richtige tun.

Hilfe soll dabei das Büchlein "Jakob, Katharina und Paul nehmen Abschied von Opa Karl", das die Notfallseelsorge Limburg-Weilburg herausgegeben hat.

Hedi Sehr leitet das Team seit 2003. Sie hat bereits 16 Jahre Erfahrung in Notfallseelsorge und Krisenintervention.

Im Rückblick auf viele Einsätze waren und sind immer wieder Familien mit Kindern betroffen. Kinder werden von Erwachsenen oft fälschlicherweise geschützt Bei einer Betreuung nach einem Todesfall werden Kinder oftmals von den Erwachsenen fälschlicher Weise geschützt. Dieses Schützen wird vom Kind jedoch als ein tiefer Vertrauensbruch wahrgenommen. Das verlorene Vertrauen
kann nur schwierig - wenn überhaupt - wieder aufgebaut werden.

Das Büchlein gibt der Familie Hilfestellung, damit alle Mitglieder gleichermaßen lernen, nach dem Tod eines nahestehenden Menschen miteinander zu reden. Es soll helfen, mit Kindern jeglichen Alters über das Sterben und den Tod zu sprechen. Auch ein Kleinkind spürt Not und Angst, die über eine Familie hereingebrochen ist. Aus diesem Grund kann es keine Altersangabe geben, ab wann man ein Kind zum Abschiednehmen mitnehmen kann. Darüber hinaus dient das Büchlein auch für die weiterführende Betreuung in Kindergarten und Grundschule.
Alois Heun gehört ebenfalls zur Leitung des Teams. Durch den Unfalltod seines eigenen Sohnes sowie weiterer nahestehenden Angehörigen konnte er die Betreuung durch die Notfallseelsorger am eigenen Leib erfahren. Die Verarbeitung seiner eigenen Erlebnisse standen für ihn zunächst im Vordergrund, bevor er sich für die Mitarbeit in der Notfallseelsorge entschied.

Auch für Heun ist der Umgang mit Kindern in der Familie in diesen Extremsituationen ein wichtiger Grundstein für das weitere Familiengeschehen, sowie darüber hinaus ebenso in Kindergarten und Grundschule.

Ein wichtiger Schritt ist das Abschiednehmen von dem toten Angehörigen, sofern dies die Umstände erlauben. "Ich habe den Tod meines Opas in Erinnerung, das war nicht schlimm. Ich habe ihn von weitem gesehen. Aber was für mich schlimm war: Alle durften zu ihm, aber mich hat man ausgesperrt und das hat mir sehr weh getan und mich geprägt", berichtete eine erwachsene Person einmal in diesem Zusammenhang.

Deshalb sollte mit dem Kind ehrlich über anstehende Dinge gesprochen werden. Es sollte an den Entscheidungen teilhaben, ebenso an Tränen und Trauer und die Chance haben, selbst zu entscheiden, ob es vom Verstorbenen
Abschiednehmen möchte.

Hilfreich ist es in dieser Situation, einen vertrauten Menschen zu finden, der dem Kind gut tut. Es können Pate, Erzieher, Lehrer, Pfarrer oder auch eine gute Freundin oder ein guter Freund sein, der für das Kind da ist. Auch Kindergarten und Schule sollten über den Tod informiert werden, damit das Kind dort entsprechend angenommen und begleitet werden kann.

Das Autorenteam des Büchleins besteht aus folgenden erfahrenen Notfallseelsorgern: Pfarrer Bernd-Volker Sponholz, (Braunfels), Hedi Sehr (Obertiefenbach), Alois Heun (Hintermeilingen), Elisabeth Geller (Elkershausen),Josef Rohe (Nentershausen), Liselotte Schätzig (Ellar). Die Illustration stammen
von Ingrid Stockmann aus Waldernbach.

Mit freundlicher Genehmigung des Weilburger Tageblatt

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Kontaktanfragen unter: 06484 8910609 oder

Notfallseelsorge Limburg-Weilburg e.V.
Hedi Sehr
Kellerweg 2a
65614 Beselich-Obertiefenbach

Telefon: 0171 2146604
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