Tagesfortbildung der Notfallseelsorge Limburg-Weilburg e.V.

04.12.2015 -

Gruppe der Teilnehmer im Seniorenpark carpe diem in Niederseltes
Christlich-Islamische Begegnung im Bereich der Notfallseelsorge Tagesfortbildung der Notfallseelsorgen Limburg-Weilburg und Rheingau-Taunus-Kreis

Aus- und Fortbildung ist eine wichtige Grundlage für die Mitarbeiter/innen der Notfallseelsorge Limburg-Weilburg.
So trafen sich in dieser Tage zur zweiten Tagesfortbildung 31 Mitarbeiterinnen der Notfallseelsorge Limburg-Weilburg und der Nachbarnotfallseelsorge Rheingau-Taunus.
Mit der Erfahrung einiger Einsätze im Bereich von Einsätzen bei muslimischen Mitbürgern konnten die Teams Brigitte Görgen-Grether vom Dezernat Pastorale Dienste und Referat Theologische Bildung des Bischöflichen Ordinariates Limburg zusammen mit der Muslimin Gülbahar Erdem vom Verein MUSE e.V. Muslimische Seelsorge in Wiesbaden gewinnen.

Jeder Mensch trägt die mentale Software seiner Kultur in sich. Menschen, die in einer fremden Kultur aufgewachsen sind. orientieren sich an einem Normen- und Wertesystem, das in mehr oder weniger voraussagbaren Punkten voneinander abweicht.

Diese Tatsache erschwert ein grundlegendes Verständnis eines Menschen aus einer fremden Kultur, da viele seiner Verhaltensweisen auf Unverständnis stoßen.

Jedoch besteht bei vorhandener Bereitschaft durchaus die Möglichkeit Missverständnissen vorzubeugen und generelles Unverständnis zu vermeiden so Frau Erdem. Erfolgreich interkulturell zu kommunizieren verlangt von den Kommunikationspartnern Flexibilität im Umgang mit Differenzen sowie Verständnis für die Andersartigkeit des Fremden und der fremden Kultur, aus der die Kommunikationspartner kommen. Bei diesem Miteinander spricht man von der interkulturellen Kommunikation.

Frau Erdem stellte in ihrem Vortrag sehr lebendig und bildlich die Grundlagen des muslimischen Glaubens vor. Fragen der Teilnehmer, ob es z.B. wichtig ist, vor dem Betreten einer Wohnung von muslimischen Mitbürgern die Schuhe auszuziehen, obliegt den Anforderungen eines Einsatzgeschehens sowie der kulturellen Bindung der betroffenen Personen.

Gleichermaßen ist die Waschung und Einhüllung in Tüchern eines Toten kulturell geprägt, ebenso auch die Bestellung eines Imams oder auch von Klageweibern. Mit Erstaunen vernahmen die Teilnehmer, dass es vom Ursprung her viele Parallelen zum christlichen Glauben gibt, wobei das Werteverständnis und die familiäre Bindung in der muslimischen Kultur einen hohen Stellenwert einnehmen.

Mit Bedauern betrachtete Frau Erdem die Entwicklung radikaler Muslime. Diese Form der Auseinandersetzung gehöre nicht zu ihrem Leben in der muslimischen Gemeinschaft. Sie ermutigte die Notfallseelsorger, auch künftig mit ihrem Gefühl für die Situation zu handeln.
Die 22 Mitarbeiter/innen der Notfallseelsorge Limburg-Weilburg wurden in diesem Jahr bereits zu 112 Einsätzen bei plötzlichen Todesfällen, erfolglosen Reanimationen, Verkehrsunfällen, Suiziden und plötzlichem Kindstod alarmiert.

Unter diesen Einsätzen gab und gibt es auch Situationen, die muslimische Mitbürger und ihre Familien in ihrer Kultur betreffen.

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Kontaktanfragen unter: 06484 8910609 oder

Notfallseelsorge Limburg-Weilburg e.V.
Hedi Sehr
Kellerweg 2a
65614 Beselich-Obertiefenbach

Telefon: 0171 2146604
Fax: 06484 91032

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