Notfallseelsorge Limburg-Weilburg blickt auf 20 Jahre zurück

28.09.2016 - Ausstellung „Mein Koffer für meine letzte Reise“

Es klingelt an der Tür und zwei Polizisten bitten um Einlass. Wie in einem schlechten Film erscheint Angehörigen, was dann auf sie eindringt. Im Hintergrund nehmen sie zwei Menschen wahr, die neben der Polizei in einer blau-gelben Jacke dabei sind, oftmals mit den Worten: „Wir sind jetzt einfach für sie da“. “Notfallseelsorge Limburg-Weilburg“ ist unverkennbar auf dem Shirt zu lesen. Und dieser Satz „Wir sind jetzt einfach für sie da“, ausgesprochen von einem der Notfallseelsorger, er steht im Raum. Aber ich brauche doch niemanden!

Brauche ich wirklich niemanden oder ist es gut, dass mir jetzt Menschen zur Seite stehen?

Nunmehr 20 Jahre ist es her, dass eine Familie von einer solchen Situation betroffen war. Es war nicht nur die Familie, es waren auch die Arbeitskollegen, die einen Weg der Bearbeitung der Situation suchten. Ihr Kollege war auf dem Weg zum Dienst, aber er kam nicht mehr dort an, weil es einen Unfall gab, den er nicht überlebt hat.

Diese Situation sollte zur Gründung der Notfallseelsorge Limburg-Weilburg führen. Rettungsassistent Stephan Schienbein, damals vom DRK-Oberlahn sowie Pfarrer Bernd-Volker Sponholz, damals Pfarrer der Ev. Gemeinde Weinbach, suchten in dieser Situation einen Weg, und dieser Weg führte zur Gründungsversammlung in Weilburg.
Zu nahezu 1.900 Einsätzen wurden seither die nunmehr 24 Mitarbeiter der Notfallseelsorge zur Betreuung von Angehörigen nach plötzlichen Todesfällen alarmiert.
Vor diesem Hintergrund resultiert die Ausstellung „Mein Koffer für meine letzte Reise“ unter der Schirmherrschaft des Ersten Beigeordneten Helmut Jung.

Es haben sich 24 bekannte und weniger bekannte Bürger aus unserem Landkreis gefunden, ihren Koffer zu packen. Alleine die Vielfalt der interessanten Koffer ist bereits eine sehenswerte Bereicherung neben dem so unterschiedlich gepackten Inhalt. Dieses Begleitheft zeigt die ausgestellten Koffer mit Ablichtung sowie Porträts aller, die einen Koffer gepackt haben. Gedichte, liebevoll von Frau Dr. med. Christiane Mörsel-Zimmermann zur Verfügung gestellt, geben dem Büchlein dazu die besondere Note.

Notfallseelsorge Limburg-Weilburg e.V.

Der Tod gehört zum Leben!
Gehört der Tod auch zu Ihrem Leben?

Unsere Welt ist bunt, sie ist grau, gerade so, wie wir uns fühlen. Gott hat die Welt erschaffen und wir dürfen seine Werke kosten. Ein Leben dauert ein paar Minuten, Stunden, Tage, Jahre, aber selbst unser heutiger Fortschritt auf vielen Gebieten kann den Tod letztendlich nicht verhindern.

Der Tod als Feind? Der Tod als Freund?
Welchen Weg wir mit ihm gehen, entscheiden alleine wir.
Im Wort „traurig“ steckt auch „trau“ – trauen wir uns,
über unser Leben nachzudenken. „Das letzte Hemd hat keine Taschen“, sagt man und meint damit die irdischen Dinge. Aber können die irdischen Dinge nicht auch Symbol sein für etwas, was uns auszeichnet, etwas, was wert ist in unserem Leben – auch über unser irdisches Leben hinaus?

Wir können Sie nur zum Nachdenken anregen, nachdenken über Ihr Leben - eben ein Leben über den Tod hinaus.
Der Tod als Feind – der Tod als Freund – vielleicht beides?

Die Ausstellung findet vom 5. – 27. Oktober 2016 im Ausstellungsraum der Kreissparkasse Limburg, Diezer Straße 20-26 statt und kann während der Öffnungszeiten von 9:00 – 16:00 Uhr dort angeschaut werden.
Das Begleitheft erhalten Sie während der Ausstellung zwischen 12:00 und 16:00 Uhr gegen eine Spende zugunsten der Notfallseelsorge im Ausstellungsraum.

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Kontaktanfragen unter: 06484 8910609 oder

Notfallseelsorge Limburg-Weilburg e.V.
Hedi Sehr
Kellerweg 2a
65614 Beselich-Obertiefenbach

Telefon: 0171 2146604
Fax: 06484 91032

Alarmierung im Notfall
nur über die Notfallnummer
06431 19222